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Am Sonntag, den 12. November 2017 fand in der Zamirhalle Bayreuth die feierliche Eröffnung der Ausstellung „Nichts war vergeblich – Frauen im Widerstand“ statt. Die vom Studienkreis Deutscher Widerstand in Frankfurt herausgegebene Ausstellung widmet sich einem lange vernachlässigten Thema der Widerstandsforschung. Der Widerstand von Frauen in der NS-Zeit war lange Jahre ein vernachlässigter Gegenstand der Zeitgeschichte. Deshalb hatte der Förderverein Leuschner-Zentrum in Zusammenarbeit mit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung für die pädagogische Arbeit zur Erinnerungskultur im Leuschner-Zentrum und der Städt. Leuschner-Gedenkstätte dieses interessante Thema nach Bayreuth geholt.

Den Auftakt der Ausstellung bildete der Eröffnungsabend in der Zamirhalle. Der Förderverein Leuschner-Zentrum in Kooperation mit dem Zamirchor unter der Leitung von Barbara Baier gestalteten diesen Abend. Der Chor bezauberte mit ausgewählten Liedern, unter anderem mit Kompositionen des 1944 im KZ Auschwitz ermordeten Viktor Ullmann, die Besucher und stimmte damit wunderbar auf die Ausstellung ein. Bei der Begrüßung der Gäste wies die Fördervereinsvorsitzende Katharina Dötterl auf die Kooperationen und die finanzielle Unterstützung durch das Bundesprogramm ‚Demokratie leben!‘ in der Stadt Bayreuth hin.

Der Vorsitzende der Leuschner-Stiftung, Wolfgang Hasibether, erläuterte in seiner Einführungsrede die Besonderheiten der Ausstellung. In dieser stehen nicht die in der Widerstandsgeschichte zentral beschriebenen Männer des Widerstands, sondern die Biographien von 18 Frauen, die das breite Spektrum der Widerstands- und Opfergruppen in der Zeit der NS-Herrschaft repräsentieren. Von der jüdischen Malerin Lotte Laserstein, von dem Sinti-Mädchen Anna Mettbach und von der Kommunistin Lina Haag ist u.a. die Rede in der Ausstellung. Das Besondere der Ausstellung ist die Vermittlung der unterschiedlichen Weltanschauungen und sozialen Erfahrungen die die Frauenschicksale verkörpern und deren Gleichwertigkeit mit politischen Widerstandsformen. Es gibt keine Widerstandseliten sondern nur Menschen, die sich einem verbrecherischen System in den Weg stellen. Im Anschluss an die Einführung bot der Zamirchor noch einige Lieder dar und die Besucher des Abends in der Zamirhalle konnte die Ausstellung intensiv anschauen. Nach dem Ende der Veranstaltung wurde fleißig miteinander angepackt, da die Ausstellung ab Montag, den 13. November im Leuschner-Zentrum von 8-13 Uhr zu sehen ist. Schulgruppen können sich unter der Tel.Nr. 0921-1507269 anmelden und eigene Termine vereinbaren. Die Ausstellung ist bis Mitte Dezember zu sehen. Der Förderverein Leuschner-Zentrum bedankt sich ganz herzlich bei Barbara Baier und dem Zamirchor für den wunderbaren Abend auch wenn aufgrund des Wetters und der Angebotsdichte am Sonntagabend nicht so viele Besucher kamen wie gewünscht.

Zamirchor


 

Liebe Fördervereinsmitglieder,

am 23. November 2017

um 18 Uhr

findet im Leuschner-Zentrum die Jahreshauptversammlung des Fördervereins statt.

Wir hoffen auf rege Teilnahme.

 

Bis zum heutigen Tag, sind als Reaktion auf unseren Hilferuf etwa 11.000 € auf dem Konto des Fördervereins Leuschner-Zentrum eingegangen.

Wir bedanken uns herzlich bei den Spendern dafür und hoffen es finden sich auch weiterhin fleißige Spender, damit die Bildungsarbeit der Leuschner-Stiftung unterstützt werden kann.

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

angesichts der wiederkehrenden falschen Berichterstattung über die pädagogische Arbeit der Wilhelm-Leuschner-Stiftung sieht sich der Vorstand des Fördervereins Leuschner-Zentrum in der Pflicht, darauf zu reagieren.

Wir möchten folgendes anmerken:
Ohne die Wilhelm-Leuschner-Stiftung und deren Engagement würde es wahrscheinlich heute keine Städtische Wilhelm-Leuschner-Gedenkstätte geben, da das Geburtshaus schon längst abgerissen wäre. Die Stiftung war ebenfalls maßgeblich an der Einrichtung der Gedenkstätte beteiligt.

Für die Stiftung haben sich aus bürgerschaftlichem Engagement heraus Familien zusammen gefunden, um von 2002 an die nächsten folgenden 15 Jahre hindurch die finanzielle Hauptlast der Stiftung zu schultern. Es wird immer so schnell davon gesprochen, dass die Stiftung eh schon genug Geld bekommen hat, dabei macht der öffentliche Anteil nicht mal 1/3 der Gesamtkosten der letzten 15 Jahre aus.

Nun zur Arbeit, die hier geleistet wird. Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung ist verantwortlich für die pädagogische Gedenkstättenarbeit in der Städtischen Gedenkstätte. Am 17. Oktober erst wurden durch die Stiftung 40 Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrer aus dem Deutsch-Französischen Gymnasium aus Saarbrücken pädagogisch betreut. Aber auch aus Italien und anderen europäischen Ländern hat die Stiftung Schulklassen zu Besuch, die sie pädagogisch betreut.
Aber nicht nur die Gedenkstättenarbeit ist Aufgabe der Stiftung, sondern auch das Bewahren und Erforschen des Leuschner-Nachlasses. Anders als in Darmstadt wird hier vor Ort effektiv damit gearbeitet. Seit 3 Jahren läuft dazu ein gefördertes Archivprojekt zur Digitalisierung des gesamten Nachlasses.

Angesichts der selbst in Bayern erstarkenden AfD sollte man sich wirklich überlegen, eine gute wissenschaftliche und pädagogische Arbeit, wie sie die Stiftung nun seit 15 Jahren leistet, derart immer wieder wissentlich falsch darzustellen und zu verunglimpfen.
Gerne sind wir bereit, allen Stadträten bei einem persönlichen Gespräch nochmal genauer die Arbeit und Leistung der Stiftung zu erläutern.

Mit freundlichen Grüßen

Katharina Dötterl     Inge Berghammer        Herbert Schmid
1. Vorsitzende        2. Vorsitzende                Beisitzer

 

Den Schatz des Widerstands bewahren  - Zum 100. Geburtstag von Dr. Clarita von Trott zu Solz

Gemeinsame Tagung der Stiftung Adam von Trott, Georg-August-Universität Göttingen und Adam-von-Trott-Schule in Sontra

„Sie versteht, was mir im Leben am wichtigsten ist und wird mir helfen, dafür zu kämpfen“. Adam von Trott schrieb dies 1940 in einem Brief an seine Mutter, in dem er ihr seine Verlobung mit Clarita Tiefenbacher ankündigte. Anlässlich des 100. Geburtstages von Clarita von Trott fand vom 15.-17. September eine Tagung in der Stiftung Adam von Trott und in der Sontraer Adam-von-Trott-Schule statt, um über den „Schatz des Widerstands“ und seine Bedeutung für die Gegenwart nachzudenken.
Clarita von Trott hatte es sich zu einer Lebensaufgabe gemacht, die Positionen immer wieder zu vertreten, für die ihr Mann und seine Freunde und Mitstreiter letztendlich ermordet wurden. Die Schriftstellerin Gila Lustiger betonte, gerade heute sei es wichtig, das Zeugnis Clarita von Trotts lebendig zu erhalten.
Staatsminister Michael Roth wies darauf hin, dass Clarita von Trott entscheidend dazu beigetragen habe, dass sich der Umgang mit der Erinnerung gewandelt habe in einer Zeit, in der das Erinnern an den Widerstand noch lange nicht selbstverständlich war. Wichtig war ihr, die Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft herzustellen. Allzu klar wird dies mit dem Blick auf das aktuelle Tagesgeschehen betrachtet: „Das „süße Gift“ des Populismus dringe zunehmend in die Ohren, Seelen und Herzen der Menschen ein. Dem gelte es entgegenzuwirken“.

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